OUD HOLLANDSE KAPUCIJNENFOKKERS CLUB

Opgericht 18 januari 1959

Eine Strukturtaube hebt ab: Altholländische Kapuziner

In den Niederlanden ist der Altholländische Kapuziner die meist verbreitete Rasse unter den Strukturtauben. Das sollte jedoch nicht verwundern, da die Kapuziner schon lange existieren, wie die Gemälde großer Tiermaler aus dem 17. Jahrhundert, von Jan Steen (1626 – 1679) und Melchior d'Hondecoeter (1636 – 1695), belegen.

Nachdem der Niederländer H. Th. G. Moezelaar sich um die Verbreitung der Kapuziner in den Niederlanden bemüht hatte und 1959 ein „Kapuzinerzüchter-Club" gegründet worden waren, ging es mit der Rasse aufwärts. Heute ist der Altholländische Kapuziner eine auch international gut verbreitete Strukturtaubenrasse.

Wer auf den Ausstellungen in der oberen Liga mitspielen möchte, der sollte vorher genau wissen, welche Bedingungen an einen guten Altholländischen Kapuziner gestellt werden. Rassemerkmale, Zeichnungsarten und Farbschläge werden im Standard genau beschrieben. Diese Beschreibung ist zwar auf alle Farbschläge anzuwenden, aber es gibt natürlich farbschlagbedingte Unterschiede und Zuchtschwierigkeiten, die in der Bewertung zu berücksichtigen sind.

Wichtig: die Figur
Der ideale Kapuziner zeigt eine Taube mit einer kurzen Figur mit waagrechter Haltung. Die Brust soll gut entwickelt sein mit einer deutlichen Brustfülle vor und unter dem Flügelbug. Im Affekt zeigen die Tauben einen geraden Winkel vom Hals zum Körper. Die Stellung ist mittelhoch, die Beine sollten deutlich gestreckt stehen. Im Gesamteindruck ist der Altholländische Kapuziner eine mittelgroße Taube mit guter Brustpartie bei kompakt erscheinender Figur. Dieser Gesamteindruck lässt sich im Grunde nur im Ausstellungskäfig beurteilen. So schön die Tauben auch im und auf dem Schlag sind, die wirkliche Qualität sieht man erst im Schaukäfig.
Mittelgroß bedeutet, dass der Kapuziner zu vergleichen ist mit einer kräftigen Feldtaube, die dennoch im Ganzen elegant erscheinen soll. Ein Kapuziner wiegt zwischen 300 und 360 Gramm. Täuber, die zu fein wirken im Typ, sollte man nicht zur Zucht einsetzen. Brustfülle und Brusttiefe sind wichtig für die kompakt-kräftige Ausstrahlung eines Kapuziners. Das heißt: Die Schultern müssen ganz klar breit sein (der Körper ist am breitesten in den Schultern), so dass der Körper von oben betrachtet zum Schwanz hin keilförmig verläuft. Die Brust soll deutlich hervortreten.

wwb img1Auf Stand, Hals- und Beinlänge sowie Gefieder beachten
Zur Körperlänge: Obwohl eine so kurz wie mögliche Figur angestrebt wird, sollte man bedenken, dass ein Kapuziner nie richtig „kurz" sein kann aus dem einfachen Grund, dass eine gewisse Federlänge für die Haubenstruktur unabdingbar ist.
Bei der Bewertung soll die Taube eine waagrechte Körperhaltung und einen festen und freien Stand zeigen, bei dem die Beine gestreckt werden, also ohne das Beingelenk stark durchzudrücken Eine natürliche Winkelung im Beingelenk soll aber erkennbar bleiben. Man darf nicht vergessen: Die richtige Standhöhe entsteht in erster Linie durch die Länge der Beine und nicht durch ein übermäßiges Strecken des Beingelenks. Die Eigenschaft einer guten Beinstellung ist reine Vererbungssache. Diesbezüglich kann man zwar die Tauben an den Käfig gewöhnen (was eine Bewertung durchaus positiv beeinflusst), aber ein schlechter Stand lässt sich nicht „wegtrainieren". Der Körper sollte waagrecht sein, die Schwanzhaltung auf jeden Fall horizontal, etwas darüber hinaus ist in Ordnung. Nicht unerwähnt lassen möchte ich, dass zur Körperhaltung auch ein gerade, gestreckter Hals gehört.
Berücksichtigt werden sollte, dass es bei einem rassigen Kapuziner auf das Zusammenspiel der Rassemerkmale ankommt (Brust, Körperlänge, Stand), die eine Harmonie im Gesamteindruck entstehen lassen. Stimmen die Proportionen nicht, dann bewirkt das in dem einen oder anderen Körperbereich zu wenig wie auch zuviel Länge. Die meisten Fehler in figürlicher Hinsicht sind:
* in der Körperhaltung abfallend,
* im Stand geknickt,
* zu wenig Strecken in Hals und Beinen (manche Tauben ziehen den Hals ein und blasend in der Abwehr den Kropf leiht auf),
* schmal in der Brust und /oder zu wenig Brusttiefe,
* zu lang in Schwingen- und Schwanzfedern,
* zu kurz in Hals und/oder Beinen.

Strukturmerkmale
Auch für die Beurteilung der kragenartigen Haubenstruktur ist es empfehlenswert, die Taube in einen Ausstellungskäfig zu stellen, weil die Taube bei der Handmusterung den Hals einzieht und sich somit die Halsstruktur nicht einschätzen lässt. Unterschieden werden Kappe, Nackenbefiederung und Halskragen mit einer ovale Rosette auf jeder Seite. Verlangt wird eine hoch sitzende, gleichmäßig aufgebaute sowie breite Hauben- und Kragenstruktur, wobei der hohe Kappensitz sehr zur Optik beiträgt. Der Kopf an sich spielt bei der Beurteilung keine große Rolle, es sollte jedoch erwähnt werden, dass auf einem schmalen Kopf keine breite Struktur möglich ist. Da eine ausgeprägte hohe Struktur angestrebt wird, werden logischerweise auch die Federn im hinteren Körperbereich länger. Das ist nicht weiter gravierend, solange sie den Gesamteindruck nicht stören. Dieses betont nochmals die Bedeutung des hohen Kappensitzes, denn je höher die Haube sitzt, um so weniger Länge brauchen die Strukturfedern, um diese Höhe auch erreichen zu können, und damit werden auch nicht die Schwanz- und Schwungfedern unnötig länger. Der gesamte Kappensitz lässt sich am besten in der Profilansicht im Schaukäfig beurteilen, die wirkliche Höhe, Gleichmäßigkeit und Breite der Kappe sieht man am besten in der Vorderansicht. Der Kragen ist die Struktur, die von der Kappe gleichmäßig in die Halsseiten übergeht und bis zur Brust verläuft. Bei der Beurteilung in der Vorderansicht ist der richtige Verlauf ganz wichtig. Der Verlauf der Kragenstruktur zur Kappe soll fließend und symmetrisch, also ohne Unterbrechungen, sein und zur Brust hin so weit wie möglich reichen. Dort endet die Kragenstruktur auf gleicher Höhe. Wichtig ist auch der offene Kragen, wenn man die Taube von vorne betrachtet. Der Kragen darf vorne im Hals nicht eng werden oder sogar schließen, aber auch nicht zu breit sein (er wirkt zu offen), sondern hat einen leichten, nach innen gerichteten Verlauf, der af der beigefügten Zeichnung gut erkennbar ist. Die Vorderhalsbreite (der Abstand zu den beiden Kragenseiten) kann man bei der Handmusterung beurteilen, sie beträgt mindestens zwei Zentimeter.

stand5Nackenfedern und Rosetten
Nackenfülle und Rosetten befinden sich in der hinteren Struktur bzw. in den Halsseiten. Hier sieht man die meisten Fehler, was nicht verwundern darf, wenn man die Forderungen und Probleme berücksichtigt, die mit einer festen, geschlossen Struktur verbunden sind. Verlangt wird eine reiche, dichte und kompakte Nackenfülle, die hinten so breit wie möglich ist. Die Federscheitelung in den ovalförmigen Rosetten soll so kurz wie möglich sein und so weit wie nur möglich im unteren Bereich platziert sein. Es ist also wichtig, den Rosettensitz zu beachten. Denn sind die Rosetten zu groß, stören sie auch den Aufbau der Federn im Nacken. Das ist übrigens einer der häufigsten Fehler beim Altholländischen Kapuziner. Im Extremfall verläuft die Scheitelung der Federn bis in den Hinterhals hinein. Der eine Teil der Federn zeigt nach oben, während der andere Teil nach unten zeigt. Ein weiterer Fehler, der nicht toleriert wird, sind so genannte doppelte Rosetten: In einer oder sogar in beiden Halsseiten befinden sich doppelte Trennungen.
Die Breite und Kompaktheit des Nackengefieders wird bestimmt von der Federfülle und der Federfestigkeit. Sie lassen sich wiederum am besten im Schaukäfig einschätzen, wobei vor allem auf eine lockere und sich kreuzende Nackenbefiederung zu achten ist. Die Breite lässt sich in der Hand beurteilen, wenn man die Taube etwas von sich ab hält und von hinten betrachtet; je breiter der Gesamtverlauf, umso wertvoller die Taube. Solche Tiere sind noch immer in der Minderheit, was sich, dass es sich um ein züchterisch nicht leichtes Unterfangen handelt.
Die Federfestigkeit wird von der Qualität des Gefieders bestimmt. Es kann schon passieren, dass intensiv gefärbte Vertreter zu haarigen Federn tendieren. Man sollte auch berücksichtigen, ob sich die Taube noch in der Mauser befindet oder ob sie diese schon abgeschlossen hat. Am schönsten ist die Struktur des Kapuziners in den Monaten November und Dezember.
Oft vorkommende Strukturfehler sind: eine tief angesetzte oder nach vorne kippende Kappe – ungleichmäßige, schmale oder kantige Kappe – ungleichmäßiger Übergang von Kappe zu Kragen – ungleichmäßiger Kragen und zu kurzer Kragen – zu enger und zu offener Kragen (Vorderansicht) – zu lange Scheitelung in den Rosetten – lockere oder haarige Nackenfedern –schmale oder dürftige Nackenbefiederung.

Augen und Augenränder
Ein Altholländischer Kapuziner hat Perlaugen mit schmalen, roten Augenrändern. Die kontrastvolle Wirkung von möglichst leuchtenden Perlaugen und feuerroten Rändern ist wichtig. Wenn dieser Kontrast vorhanden ist, dann ist schon viel gewonnen. Je reiner die Iris, natürlich um so besser. Tiere mit etwas weniger feurigroten Rändern oder sogar blassrötlich erscheinende Ränder können jedoch eine sehr gute Bewertung bekommen.
Leider wurde in der Vergangenheit in der Bewertung zu sehr auf die Augenfarbe geachtet. Das wurde in den 1990er Jahren korrigiert. In der Zucht treten immer wieder folgende Probleme auf: Ein oder sogar zwei dunkle Augen, gelbliche bis bräunliche Iriden, gebrochene Augen oder abweichende Pupillenform, grobe, breite und blasse Augenränder.

Zuchtstand der einzelnen Farbschläge
Der Altholländische Kapuziner ist in mehreren Farbschlägen anerkannt, die allerdings noch unterschiedlich in der Qualität sind und somit in der Bewertung zuchtstandbezogen zu beurteilen sind. Generell sind die Farben intensiv mit viel Glanz, bei den Bindigen soll die Grundfarbe der Flügeldecken rein mit intensiv gefärbten Binden sein. Gemönchte haben einen weißen Kopf, Unterrücken, Schwanz, Bauch (bis kurz vor den Beinen), weiße Schenkel und sieben bis zwölf weiße Schwingen.

Weiß, Rot und Gelb
Die Weißen können gerade in den deutschen Zuchten eine hohe Qualität vorweisen. Bei ihnen ist die Schwierigkeit, die Figur elegant zu halten; wenn dieser Typ fehlt, sehen die Weißen oft etwas grob und wenig elegant aus. Auch die Beinlänge muss im Auge behalten werden, im Gegensatz zur Halslänge, die stimmt. Die Zeit der etwas groben Augenränder scheint überwunden. Aber insgesamt gibt es viele erstklassige weiße Kapuziner, so dass sie den anderen Farben gleich gestellt werden können.
In den Niederlanden sind sogar einfarbig Rote und Gelbe anerkannt. Vor etwa 18 Jahren finden Züchter an, diese Farben zu erzüchten. 1996 wurden diese Farben zwecks Anerkennung vorgestellt. Mehrere Rassen wurden in die Rot- und Gelbgemönchte eingekreuzt, um die einfarbig Rote und Gelbe entstehen zu lassen. Es wurden Sogar Malteser eingekreuzt – erstaunlich! Es gibt noch viele Wünsche in beiden Farben, aber es wurde auch schon viel erreicht, in Bein- und Halslänge, in einem festen Stand. Wüsche betreffen mehr Brusttiefe, strafferes Aftergefieder und reine Schnäbel. Am schwierigsten zu verwirklichen ist eine gute Struktur; lockere Nackenfedern, asymmetrischer Kragenverlauf und -länge. Man wird also nicht umher kommen, ab und zu Gemönchte einzukreuzen, um eine ausgeprägte Struktur zu verbessern. Perückentauben sind dazu nicht geeignet. Diese Farben werden in den Niederlanden nach dem Zuchtstand bewertet; bei Tieren, die qualitativ den Hauptfarben am nächsten sind, ist die Note „hervorragend" das höchst Erreichbare.

Gemönchte Kapuziner
Aushängeschild der Altholländischen Kapuziner sind natürlich die Gemönchten. Die Schwarzen, Roten und Gelben verkörpern die Lackfarben, hinzu kommt die Dunfarbe. Die Schwarzgemönchten waren nach der Anerkennung der Rasse sehr beliebt, das änderte sich in der zweiten Hälfte der siebziger Jahre. Etwa Mitte der achtziger Jahre ging es mit den Schwarzen wieder aufwärts, weil sich mehrere Züchter um diesen Farbschlag kümmerten. Heute findet man in diesem Farbschlag erstklassige Rassevertreter, sowohl in den Niederlanden wie im Ausland. Unproblematisch ist dieser Farbschlag nicht. Die Figur ist in der Regel gut vorhanden, jedoch wird diese von den Tauben oft nicht gezeigt. Das heißt: Hals und Beine werden im Affekt nicht gestreckt, die Taube nimmt eine Drohhaltung an, zieht dabei den Hals ein und plustert ihre Federn auf. Das ist natürlich unerwünscht. Von figürlicher Eleganz ist dann natürlich nicht mehr die Rede; den Täubinnen fehlt übrigens öfters die elegante Ausstrahlung. In der Struktur können die Schwarzgemönchte mit den Rot- und Gelbgemönchten mithalten. Die schwarze Zeichnung mit viel Grünglanz ist vorbildlich. In der Zeichnung treten öfters mal farbige Schenkel und farbige Bauchfedern, dazu weiße Flügelbuge und zu große Vorderhalszeichnung in Erscheinung. Es gibt jedoch viele hochwertige Schwarze, so dass hohe Fiorderungen gestellt werden können. Abweichungen in Figur und Struktur führen schnell zu Abstufungen in der Bewertung. In der Körperhaltung sollten keine Zugeständnisse gemacht werden.
Die Dunfarbe wurde erst viel später in den Standard aufgenommen. Die ersten dunfarbigen Kapuziner stammten aus Kreuzungen mit Gelben. Erst seit Mitte der achtziger Jahre wurde dieser Farbschlag gezielt gezüchtet. Er ist nach wie vor jedoch selten zu sehen, weil diese Farbe den Züchtern oft nicht anspricht. Es fehlt von der farbliche Kontrast. Auch das genaue Farbbild von Dun ist oft nicht deutlich (mehr bräunlich oder eher dunkelgrau) und eine Geschmackssache. Dunfarbene Taubenküken erkennt man bereits nach dem Schlupf, weil sie die Verdünnung der Farbe nackt sind. Qualitativ können die dunfarbigen Kapuziner gut mithalten und zeigen oft eine bessere Nackenfülle als die Schwarzen. Ähnlich stellte ich dieses bei den Farben Blau und Blaufahl fest.
Seit den Anfängen gehören die rotgemönchten Kapuziner zu den beliebtesten Farbschlägen. Diese Beliebtheit hat diesen Farbschlag und die Rasse gut nach vorne gebracht. Der Zuchtstand wird gemessen an diesen Farbschlag. Das gilt auch für Gelb und inzwischen wieder für Schwarz und Dun. Die Hauptrassemerkmale müssen aber nach wie vor in der Bewertung Vorrang haben, nicht jeder Kleinigkeit sollte zu viel Bedeutung beigemessen werden. Der Altholländische Kapuziner ist und bleibt eine Strukturtaube! In Rot sieht man erstklassige Tauben mit kräftiger und trotzdem eleganter Figur. Auch bezüglich Hals und Beinen können hohe Forderungen gestellt werden. In der Haltung sollten keine Zugeständnisse gemacht werden, mit einer leichten Abweichung vom Ideal sind höchstens 95 Punkte möglich, eine ansonsten rassige Taube mit abfallendem Rücken kommt auf 92 Punkte.
Hohe Forderungen gibt es auch in der Struktur in Aufbau und Kappenhöhe sowie im langen Kragen. Es sollte ebenfalls gesagt sein, dass rotgemönchte Kapuziner mit einer vollen, breiten und festen Nackenfülle kein Allgemeingut sind. Wie bereits vorhin erwähnt, ist es auch hier so, dass die Gelbgemönchten diesbezüglich um einen Deut besser sind.
Farblich wurde in den Niederlanden gegen Ende der achtziger Jahre eine sehr intensive Lackfarbe mit viel Purpurglanz bei den Roten erzielt. Darunter litt andererseits die Federqualität, d. h. das Gefieder wurde zu weich bzw. die Federn haarig. Die deutschen Zuchten blieben davon verschont. Die Nachzucht aus roten Paaren weist eine mehr kastanienrote Gefiederfarbe auf, aus einer Rot/Gelb-Verpaarung ist die Farbe etwas weicher und mehr mahagonibraun. Beide Farben sind in Ordnung, solange sie gleichmäßig intensiv sind.
Manche der rotgemönchten Kapuziner bekommen nach einigen Jahren eine dunkle Pigmentierung im Oberschnabel. Diese verschwindet manchmal sogar wieder. Man sollte jedoch darauf achten, dass sich diese Erscheinung nicht fest vererbt, so das es zum wirklichen Problem wird. Die Augen brauchen manchmal bis zu einem Jahr, bis die Iriden farblich ausgereift sind. Es gibt auch Linien, in denen sich die Perlaugen schneller entwickeln. Man sollte die Augenreinheit nicht überbewerten; rote Äderchen verschwindet zwar nicht, aber die Augen entwickeln sich durchgehend zu guten Perlaugen.
Neben Schwarz- und Rotgemöncht ist Gelbgemöncht der dritte Farbschlag, der einstmals zur Anerkennung vorgestellt wurde. Er ist im In- und Ausland sehr beliebt, und er wird auf den Schauen in großen Kollektionen vorgestellt. Auch beim gelben Farbschlag sollte nicht zu sehr auf Nebensachen geachtet werden, sondern die Hauptrassemerkmale im Vordergrund stehen (das gilt im Grunde für alle Farbschläge). Es überzeugen die Figur, kräftige, recht kurze Tauben mit viel Brustbreite und -tiefe, die dennoch elegant erscheinen. Meistens waren es die Täubinnen, die an der Spitze lagen, inzwischen stehen die Preistiere in den Täuberklassen. Auch Körperhaltung, lange Hälse und Beine werden immer mehr zum Allgemeingut. In der Praxis bedeutet dieses, dass geringe Wünsche diesbezüglich eine Benotung mit hv96 nicht mehr ermöglichen.
Der gelbe Farbschlag zeigt die beste Struktur, wunderschöne hohe und freie Kappen mit gutem Übergang in den Kragen und einer festen und breiten Nackenfülle. Ab und zu kann der Kappensitz noch etwas höher sein. Natürlich gibt es auch bei den Gelben immer wieder Strukturwünsche, die allerdings recht schnell zu Abstufungen in der Bewertung führen.
Auch an Farbe und Zeichnung sind hohe Forderungen zu stellen. Die Spitzentiere zeigen nahezu oder gar keine farbigen Federn im Schenkel, weisen eine gute Kopfzeichnung bei 10/10 weißen Schwingen auf, inklusive farbiger Daumenfedern. Die gelbe Farbe ist lackreich, ohne Übertreibungen, da dieser Farbschlag eher zu haarigen Federn neigt. Eine intensive Farbe in Kombination mit einer ersten Feder genießt also Vorrang gegenüber sattgelb mit haarigen Federn. Sehr gefallen können oft reine, leuchtende Perlaugen mit feurigen Augenrändern. Etwas weniger ist auch in Ordnung, wenn der anfangs erwähnte Kontrast vorhanden ist; auch dann ist eine höhere Benotung möglich.

Bindige Kapuziner
Die bindigen Kapuziner hatten es immer etwas schwer, sich zu etablieren. In den sechziger bis achtziger Jahren waren sie selten. Der bindige Kapuziner stand für kleine, schmale und lange Typen, abfallende Figur und lockere Strukturen. Seit dem Ede der achtziger Jahre haben mehrere bekannte Züchter im In- und Ausland sich um diese Zeichnungsvariante intensiv bemüht – sicherlich nicht ohne Erfolg.
In den ersten Jahren nach der Anerkennung gab es keine Kapuziner in Blau mit schwarzen Binden. Und der Farbschlag war nie besonders beliebt. In den 1970er Jahren wächste die Beliebtheit zwar einigermaßen, aber in den Achtzigern waren es lediglich nur ein bis zwei Züchter. Mittels anderer Rassen und mit dem gelbgemönchten Farbschlag wurde inzwischen daran gearbeitet, diese Farbe nach vorne zu bringen. Inzwischen ist der blaue Farbschlag in den Niederlanden und in Deutschland keine Seltenheit mehr. Regelmäßig sieht man Blaue mit kräftigen Körpern und waagerechter Haltung. Auch in der Brustpartie können sie überzeugen. Der meist vorkommende Fehler ist die Länge in der Hinterpartie. Auch bezüglich Hals und Beinen und das Strecken von beiden sind Verbesserungen anzustreben. Das größte Problem ist das lockere Nackengefieder, obwohl einzelne Tauben diesbezüglich verbessert wurden. Die Farbe und die schwarzen Binden sind durchweg in Ordnung. Bezüglich der Augen- und Augenrandfarbe sollte berücksichtigt werden, dass hier Toleranz angebracht ist. Blaue mit guter Figur und kleinem Wunsch in Struktur können also 96 Punkte durchaus erringen.
Blaufahle Kapuziner sind selten. Sie traten früher gelegentlich in den Blauzuchten auf. Es waren oft Täubinnen, die ausgestellt wurden. Heute wird Blaufahl gezielt gezüchtet und wurde schon mit der Höchstnote in Deutschland und den Niederlanden ausgezeichnet. Die Blaufahlen können im hinteren Abschluss kürzer sein und in Hals und Beinen deutlicher strecken. Aber in den letzten fünf Jahren ist das schon besser geworden. Die Blaufahlen zeigen vollere Nacken, was mit der Verdünnung der Farbe zusammenhängt. Eine klare Deckenfarbe darf verlangt werden, mit so dunkel wie nur möglichen Binden. Etwas Bindenrost wird noch toleriert. Die Täubinnen weisen eine dunklere, bläuliche Brustfarbe auf.
Der rotfahle Farbschlag gehört zu den seltensten der Kapuziner-Farben, obwohl es, nach den Kreuzungen der Blauen mit Roten und Gelben, genügend Rotfahle gab. Es lag wohl am geringen Interesse, dass die Farbe keine Anhänger fand. Das hat sich inzwischen geändert. In den achtziger Jahren bemühte sich um diesen Farbschlag ein Züchter, der vor allem bei den Täubern schöne Farben zeigte, aber in Figur hatte sich kaum etwas geändert. Die Tauben konnten kräftiger sein mit mehr Brustfülle und vor allem mangelte es in der waagrechten Haltung. Die Kappen waren korrekt offen, aber es mangelte in der Nackenfülle und im Kragenaufbau und -länge.
Bei den Täubinnen ist die Brustfarbe genetisch bedingt etwas dunkler (bläulicher) als bei den Täubern. Da an einer Verbesserung gearbeitet wird, sieht man jetzt einzelne Tauben mit guter Figur und Struktur, was zu 94 und 95 Punkten in der Bewertung führt, stimmen dazu Farbe und Zeichnung, dann ist eine höhere Punktzahl möglich.
Obwohl der rotfahle und gelbfahle Farbschlag zusammengehören, verlief ihre Entwicklung bei den Altholländischen Kapuzinern nicht zur gleichen Zeit. Irgendwie gab es immer wieder Interessenten für den gelbfahlen Farbschlag. Dieser wurde in Deutschland bereits in den 1980er Jahren anerkannt. Bis vor ungefähr zehn Jahren waren sich beide Farbschläge gleich. Das heißt, farblich waren auch die Gelbfahlen in Ordnung, aber es mangelte in Körperform, -hältung und Struktur. Anfang der neunziger Jahre waren sie nahezu verschwunden, aber in den letzten Jahren geht es wieder aufwärts. Denn die heutigen Gelbfahlen können sich aufgrund der Kreuzungen mit anderen Farben messen mit den Hauptfarbschlägen – zumindest gilt das für die Spitzentiere der Gelbfahlen. Problemzonen sind die Flügeldeckenfarbe, die etwas bläuliche Brustfarbe der Täubinnen (diese ist derzeit zu tolerieren), die Augenränder und mehr oder weniger auch die Irisfarbe. Für die Bewertung bedeutet dies, dass zwar konsequent gehandelt werden muss, aber das „Beiwerk" rücksichtsvoll zu beurteilen ist.
Nach den Einfarbigen und Bindigen sind die getigerten Kapuziner die dritte Subgruppe. Ihre Schwierigkeit ist, dass die Tigerzeichnung nicht genau festgelegt werden kann. Angestrebt wird eine gleiche Verteilung von 50 Prozent Farbe und Weißanteil, wobei die Mönchzeichnung erhalten bleiben muss. Bei jungen Tauben werden dunkle bevorzugt, da die Tauben mit der Zeit immer heller werden. Es gibt aber auch Bestände, in denen nach der ersten Mauser noch keine Änderung im Gefiedermuster zu erkennen ist. Dennoch müssen in diese Zuchten Gemönchte eingekreuzt werden, damit die Tigerzeichnung erhalten bleibt. Getigerte Kapuziner gibt es in Schwarz, Rot und Gelb, in den Niederlanden sind sie auch in Blau anerkannt.

Getigerte Kapuziner
Der schwarzgetigerte Kapuziner war schon immer der beliebteste getigerte Farbschlag. Weil die Schwarzgetigerten mit Hilfe der Schwarzgemönchten gezüchtet werden, können hohe Forderungen an die Qualität gestellt werden. In Figur und Strecken von Hals und Beinen sind sie den Schwarzgemönchten gleich zu stellen. Die Schwarzgetigerten zeigen hohe und gleichmäßige Kappen, Wünsche bezüglich Kragenaufbau und -länge gibt es wenige. Das Problem ist die lockere Nacken- und Hinterhalsbefiederung. Die Züchter der Schwarzen konnten durch viele Kreuzungen mit Gelben ein festes und breites Strukturgefieder erreichen, das ist den Züchtern der Getigerten noch nicht gelungen.
Die Schwarztiger sind in der Regel etwas heller als die Rot- und Gelbtiger gezeichnet. Man meint, es wäre eine weiße Taube mit schwarzen Federn, bei Rot- und Gelbgetigert ist es gerade umgekehrt. Bei den Schwarzgetigerten fehlt es oft in der Brustzeichnung. Der niederländische Sonderverein meint hierzu, dass es wesentlich ist, dass die Zeichnung gut verteilt ist, weniger von Bedeutung ist, ob das 50:50 oder 60:40 oder 40:60 ist. Geschlossene Farbfelder sind nicht getigert, sondern gescheckt. Die Federn sollen gut durchgefärbt sein, d. h. dass in jeder Feder vollständig eine Farbe sein muss ohne weiß. Ansonsten handelt es sich um eine Schimmelfärbung.
An Figur, Strecken, Kappe, Kragen, Augen und Augenränder können hohe Forderungen gestellt werden. Die Nackenbefiederung braucht noch etwas Nachsicht, aber das war es dann auch schon. Wenn die Zeichnungsverteilung stimmt, dann reicht das, denn der Altholländische Kapuziner ist schließlich eine Strukturtaube.
In Deutschland zählen die Rotgetigerten schon seit Jahrzehnten zu den beliebten Farbschlägen. Im In- und Ausland ist die Qualität der Rotgetigerten sehr hoch, obwohl die Zeichnung genug Schwierigkeiten bereitet. Auch dieser Farbschlag wird mit Gemöncht gezüchtet. Die Rotgetigerten sind überwiegend farbig in der Tigerung, bis vor wenigen Jahren wiesen sie im Schaukäfig ein farbiges Brustband auf. Inzwischen wurde die Brustzeichnung verbessert. In den letzten Jahren treten vermehrt Rottiger auf mit viel Hals- und Beinlänge, was einerseits positiv zu werten ist, andererseits stets zu wenig Brustbreite und -tiefe mit sich zu bringen scheint. Hohe Forderungen werden gestellt an Figur, Hals, Beine, Struktur, Augen und Augenränder (wie bei Rotgemöncht). Lediglich sollte der Preisrichter Rechnung damit halten, dass die getigerte Variante immer in kleineren Kollektionen ausgestellt wird. Auch hier gilt: Zuerst die Hauptrassemerkmale, dann der Rest. Zu achten ist auf die Zeichnungsverteilung.
Auch die Züchter der gelbgetigerten Kapuziner waren schon immer eine Minderheit, obwohl auch diese Zeichnungsart gut mit den Gelbgemönchten zu züchten ist. Rot- und Gelbtigert unterscheiden sich in der Qualität kaum von einander; eine etwas vollere Nackenbefiederung sieht man bei den Gelbtigern. Auch wenn es Stämme gibt, die farbig bleiben nach der ersten Mauser, und auch wenn manchmal Tiger miteinander verpaart werden können, geht die Zucht nicht ohne den gemönchten Gegenpart. Schon deswegen, weil die Verpaarung Getigert X Getigert zu einer Schimmelzeichnung führt. Gleichzeitig nimmt die Farbe an Intensität ab. Wesentlich ist eine gute Verteilung in der Zeichnung. Regelmäßig sieht man Tiger mit zu großen weißen oder farbigen Felder. Ansonsten ist die Qualität sehr hoch zu nennen. Gerade deutsche Zuchten bringen schöne elegante Gelbtiger mit ausgezeichneter Figur in die Käfige. Das gilt auch für die Strukturmerkmale, Augen und Augenränder.

Rob Joosten Bearbeitung und Übersetzung: R. de Koster

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